Aktuelle Zeit: 21. Aug 2018, 15:27


Herzlich Willkommen in unserem Freundlichen Forum


Navigation
Neue Beiträge
Diese Forum
von: Christiaan 4. Sep 2011, 19:34 zum letzten Beitrag 4. Sep 2011, 19:34

Ostern
von: Rosi 15. Apr 2011, 17:36 zum letzten Beitrag 15. Apr 2011, 17:36

Dieses Forum
von: Zorkel 11. Apr 2011, 22:02 zum letzten Beitrag 11. Apr 2011, 22:02

Es geht los :) WOMO SAISON
von: Zorkel 7. Apr 2011, 12:04 zum letzten Beitrag 7. Apr 2011, 12:04

Osterdeko
von: mele76 7. Apr 2011, 10:12 zum letzten Beitrag 7. Apr 2011, 10:12

Link
www.wynen-gas.de
(Alles über Gastanks)
www.alugas.de
(Alles über Alugas und Alusgasflaschen)
www.reimo.com
(WoMo-Ausbau & Zubehör, Campingartikel)
Händler
www.klapptime.de
weitere Info's: siehe Händler


Wissenswertes über die Alu - Gasfllasche

Wissenswertes über die Alu - Gasfllasche

Beitragvon WohniBär » 7. Okt 2010, 11:00

Leichtmetallflasche (Aluminiumgasflasche)

Die bisher beschriebenen damaligen Gasflaschen waren für den industriellen Einsatz sowie dem militärischen Einsatz optimiert bzw. fanden dort ihre Verwendung. Eine weitere entscheidende Entwicklungsarbeit erfolgte jedoch schon sehr früh in Richtung Atemgeräte. Hier waren die Drägerwerke in Leipzig Impulsgeber für noch leichtere Behälter. Dieser Wunsch nach leichteren Gasflaschen richtete den Blick vom Stahl auf den Werkstoff Aluminium. Man erkannte sehr schnell, dass bei Verwendung einer Sauerstoffflasche aus Leichtmetall sich das Gewicht eines Gasschutzgerätes für zweistündige Arbeitszeit um 2 kg verringert. Das sind 12,5% des Gesamtgewichtes. Schon kurz nach dem 1. Weltkrieg begannen die Versuche, das im Kriege zu hoher Bedeutung gelangte Aluminium besonders in seinen veredelten Legierungen als Werkstoff für die Herstellung von Sauerstoffflaschen, zunächst für den Einbau in Luftfahrzeuge, zu prüfen. Versuche im Frühjahr 1924 ließen erkennen, dass Leichtmetallflaschen bei gleicher Sicherheit gegenüber den derzeitigen schweren Stahlflaschen eine Gewichtsverringerung bis zu 50% ermöglichten.
Diese Versuche des Drägerwerkes fanden jedoch zunächst noch keine Nutzanwendung, da es zu jener Zeit nicht gelang, ein Werk für die Herstellung der Leichtmetallflaschen zu finden. Erst zwei Jahre später, also 1926, unternahm die Firma Rheinmetall-Borsig Versuche zur fabrikmäßigen Herstellung von Flaschen aus Leichtmetall. Als diese Versuche nach Überwindung großer Schwierigkeiten im Dezember 1927 ihren Abschluss gefunden hatten, stellte das Drägerwerk einen Zulassungsantrag beim Preußischen Minister für Handel und Gewerbe. Dieser beauftragte das Staatliche Materialprüfungsamt mit der Durchführung von Versuchen, nach deren positivem Ergebnis dann 1929 die versuchsweise Verwendung von Sauerstoffflaschen aus der Aluminiumlegierung Lautal bis zu 2 Liter Inhalt für tragbare Atmungsgeräte (Gasschutz- und Wiederbelebungsgeräte) freigegeben wurde.

Als Werkstoff wurden im wesentlichen schmied- und aushärtbare Aluminiumlegierungen mit Cu- oder Mg-Zusätzen verwendet, die hinsichtlich Festigkeit und Dehnung etwa dem Stahl St 37 gleichzustellen waren. Die Herstellung erfolgte ausschließlich bei der Firma Rheinmetall-Borsig in Düsseldorf. Die Flaschen wurden nahtlos nach dem Ehrhardt-Verfahren in mehreren Warm- und Kaltzügen mit Zwischenglühungen hergestellt. Nach dem Einziehen des Halses im Gesenk durchlief die Flasche das übliche Aushärtungsverfahren (Veredelungsverfahren).

Hauptbezieher waren seit den Jahren 1929/1930 Bergwerke, Feuerwehren, Hersteller von Atemschutzgeräten und in hohem Maße die deutsche Luftfahrt. Das für die Entwicklung der Leichtmetallfaschen zunächst verwendete Lautal wurde 1936 wegen seiner geringen Korrosionsbeständigkeit verlassen. Man erprobte Duraluminium, Hydronalium und Bondur, um später aus Pantal (Al-Mg-Si) zu fertigen. Die Mehrzahl aller Leichtmetallflaschen wurde aber aus Bondur hergestellt. Bis 1945 waren Leichtmetallflaschen allgemein für die Gase Sauerstoff, Pressluft, Edelgase und Kohlensäure zugelassen. Versuchsserien liefen für Wasserstoff und Ammoniak. Ortsbewegliche Behälter sind nicht größer als mit 20 Liter Volumen hergestellt worden.

Überhaupt verlor die aus Leichtmetall hergestellte Gasflasche an Interesse, als es um das Jahr 1933 gelang , niedrig legierte, aber vergütbare Stähle zur Fertigung leichter Stahlflaschen zu verwenden. Die z. Zt. dieser Entwicklung in Deutschland herrschende Devisenknappheit zwang die deutschen Stahlfirmen zur Entwicklung dieser niedrig legierten Cr-Ni-Mo-Stähle, bei denen die devisenbelasteten Anteile nur noch etwa 1,5% betrugen. Nach entsprechender Wärmebehandlung ergaben sich Festigkeitswerte von 60-120 kg/mm³ bei günstigen Streck- und Dehnwerten.

Nach dem 2. Weltkrieg kam mit der Zerstörung bzw. der Demontage der Rheinmetall-Borsig-Werke die Fertigung von Leichtmetallflaschen vollständig zum Erliegen. Spätere Versuche, Leichtmetallflaschen für Flüssiggase (Propan, Butan) zu verwenden, sind an der Konkurrenz der leichten geschweißten Stahlblechbehälter gescheitert.

Erst in den sechziger Jahren wurde die Fertigung von Leichtmetallflaschen von den damaligen Industrie-Werken Karlsruhe (IWK) wieder aufgenommen, nachdem aus Frankreich von dem
Hersteller Gerzat mit Erfolg solche Gasflaschen auf dem internationalen Markt angeboten wurden. Gewichtsmäßig bot die Leichtmetallflasche jedoch kaum einen Vorteil gegenüber
der leichten Stahlflasche, denn neue Erkenntnisse in der Stahlkunde ermöglichten die Schaffung relativ leichter Gasflaschen, kostengünstig, auch aus Stahl.
Die Verwendung hochfester Werkstoffe erfolgte zunächst bei Treibgasflaschen, weil bei diesen die Verwendung als Gasbehälter an Kraftfahrzeugen in hohem Maße eine Frage des
Gewichtes war. Nur leichte Behälter waren daher wirtschaftlich verwendungsfähig. Zudem zwang der 2. Weltkrieg Gas als alternativen Kraftstoff zu verwenden. Benzin war teuer und wurde
an der Front gebraucht. Die Verwendung von Gasen als Treibstoff stellte dabei keine wirkliche technische Neuerung dar, denn die Verbrennungsmotoren hatten sich aus dem um 1870 erfundenen Gasmotor entwickelt und so lag es nahe auf Gasbetrieb umzurüsten. Die dafür benötigten Treibgasflaschen stellte u.a. die Deutsche Röhrenwerke AG her.

Bild



Verwendete Quellen:

Dräger Druckgasarmaturen; Hausmitteilungen der Drägerwerk AG, Lübeck
Aus dem Fachgebiet Druckgastechnik; Nr 22 - August 1970
Dr.-Ing. Heinz Cordes; “Zur Geschichte der Gasflasche”
(in wesentlichen Teilen)

PROMETHEUS - Illustrierte Wochenschrift über die Fortschritte in Gewerbe, Industrie und Wissenschaft,
herausgegeben von Dr. Otto N. Witt; Verlag von Rudolf Mückenberger, Berlin;
No. 345; Jahrg. VII, 33, 1896; “Die Herstellung nahtloser Stahlflaschen”
(in Auszügen)

Firmenprospekt; Deutsche Mannesmannröhren-Werke Düsseldorf;
1954; “Nahtlose Kugelstabflaschen für Hochverdichtete Gase”;
(einige Details)

Firmenprospekt; Deutsche Röhrenwerke AG Düsseldorf;
1940, “Stahlflaschen für Hochdruck-Treibgase”
(einige Details)

Bildmaterial: siehe entsprechenden © Copyright-Hinweis!
Zusammenstellung und “textliche Brücken”: Holger Langer
Du bist nicht auf dieser Welt um so zu werden wie andere Dich haben wollen. ;-)
Benutzeravatar
WohniBär
Forum Admin
 
Beiträge: 39
Registriert: 08.2010
Geschlecht: männlich

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron