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Geschichte der Gasflasche

Geschichte der Gasflasche

Beitragvon WohniBär » 7. Okt 2010, 10:46

Die Anfänge

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Aus heutiger Sicht lässt sich der genaue Ursprung der Gasflasche nicht konkret benennen. Die industrielle Entwicklung in den letzten 120 Jahren war so vielschichtig und rasant das ein genauer Zeitpunkt dafür nicht festzumachen ist.
Es scheint wie nach der Frage: Was war zuerst da? Huhn oder Ei?
Den Bedarf, komprimiertes Gas zum zwecke des Transportes zu speichern, gab es freilich schon sehr lange.

In den Jahren vor 1880 wurden noch schwere und unhandliche Flaschen für Kohlensäure geschmiedet, die man durch Einschweißen von Böden in damals übliche geschweißte Rohre herstellte. Die Firma Krupp fertigte geschmiedete Flaschen aus etwa 10 mm starken Blechen und umgab sie mit eisernen Reifen um die nötige Druckfestigkeit zu erhalten. Auch diese Konstruktionen wurden für die aufblühende Kohlensäure-Industrie verwendet. Die Quellen für diesen Zeitraum sind aber mehr als spärlich und die Informationen daher eher
Die Firma Krupp fertigte geschmiedete Flaschen aus etwa 10 mm starken Blechen und umgab sie mit eisernen Reifen um die nötige Druckfestigkeit zu erhalten. Auch diese Konstruktionen wurden für die aufblühende Kohlensäure-Industrie verwendet. Die Quellen für diesen Zeitraum sind aber mehr als spärlich und die Informationen daher eher unzureichend.

Die ersten, denen es gelang nahtlose Stahlflaschen durch Pressen und Ziehen herzustellen, waren Howard Lane und Richard Taunton aus Birmingham, England. Ihr Tätigkeitsfeld war aber nicht ursprünglich die Gasflaschenherstellung sondern vielmehr die Fabrikation gezogener Patronenhülsen aus Messing oder Kupfer. Im Jahre 1880 erhielt diese Firma ein Patent auf die Herstellung von Gasflaschen durch Pressen und Ziehen. Seit 1883 gab es nun solche Behälter aus Schmiedeeisen mit 9-10 mm Wanddicke. In Deutschland bestand die Firma Lorenz in Karlsruhe, welche sich ebenfalls mit dem Tiefziehen von Patronenhülsen beschäftigte. Viele Jahre später machte sich dann diese Firma als Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik in der Herstellung besonders leichter Gasflaschen einen Namen. Später gingen aus ihr die Industrie-Werke Karlsruhe hervor.
Es lässt sich also mit recht vermuten das die Herstellungsverfahren von nahtlosen Gasflaschen eher ein Abfallprodukt militärischer Entwicklungsarbeiten waren.

Englisches Militär war auch treibende Kraft bei der Suche nach geeigneten Behältern zum Transport von Wasserstoffgas das zum Betreiben der damaligen Luftschiffe benötigt wurde. Die zuerst verwendeten Zylinder aus Eisen waren etwa 3.7 Meter lang mit einem Durchmesser von 30 cm und wogen stolze 500 Kg was den militärischen Nutzen jedoch stark einschränkte. Später benutzte man Behälter von 2,4 Metern Länge, mit einem Durchmesser von ca. 13 cm und einer Wandstärke von 6 mm. Darin fanden 3,6 Kubikmeter Wasserstoff Platz bei einem Fülldruck von 120 bar.

Als die Feldartillerie jener Zeiten ein Schrapnellgeschoss einführen wollte, benötigte man stählerne Geschosshülsen mit nur 2,5 bis 3 mm Wanddicke aus einem besonders zähen Stahl mit hoher Festigkeit.
Das Herstellungsverfahren musste sich auch für die Massenfertigung eignen. In England wurden solche Geschosshülsen von der Projectyle Company durch Stanzen und Ziehen angefertigt. Auch sie wendete sich, gestützt auf diese Fertigung, der Erzeugung von Stahlflaschen für Kohlensäure zu.
Im Jahre 1890 regte dann die deutsche Heeresverwaltung rheinische Fabriken an, in gleicher Weise die Herstellung von Geschosshülsen aus Stahl zu versuchen, um bei eintretendem Bedarf nicht auf das Ausland angewiesen zu sein. Dieser Anregung folgte man, und da das Herstellungsverfahren für Geschosshülsen und Gasflaschen dasselbe ist, konnte die Firma Mannesmann bereits 1894 auf die Weltausstellung in Antwerpen
ein umfangreiches Sortiment von Kohlensäure- und Wasserstoffflaschen zeigen. Schon 1895 gab es mehrere deutsche Werke, die sich mit der Fabrikation von Stahlfaschen beschäftigten und diese in alle Welt versandten. Da waren das Werk Phönix in Ruhrort, die “Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik” (später Rheinmetall) in Düsseldorf und die Deutsch-Österreichischen Mannesmannröhren-Werke, gleichfalls in Düsseldorf ansässig.unzureichend.

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Phönix produzierte seine Gasflaschen aus einer kreisrunden glühenden Stahlscheibe welche in einer stehenden hydraulischen Presse zu kurzen dickwandigen Röhren mit Boden geformt wurden. Der Prozess durchlief mehrere Matrizen in die das Stahlblech mit einem Stempel gedrückt wurde.
Der Durchmesser des Stempels entsprach dabei dem späteren inneren Durchmesser der Gasflasche wobei die Matrizen immer kleiner wurden und so die Wandstärke nach jedem Arbeitsgang entsprechend abnahm. Das letzte Ziehen des Rohlings wurde kalt in einer liegenden Presse nach vorherigem Ausglühen durchgeführt. Dadurch gewann der Stahl an Festigkeit.
Die Stahlbehälter wurden nun auf die erforderliche Länge gekürzt und der Flaschenhals in einer weiteren hydraulischen Presse eingezogen. Eine Arbeit die an den in England hergestellten Gasflaschen noch von Hand ausgeführt werden musste.

In der “Rheinischen Metallwaaren- und Maschinenfabrik” wurden Gasflaschen nach dem Ehrhardt-Verfahren gefertigt. In einen erwärmten Vierkantblock wurde in einer Matrize ein Dorn eingedrückt, so dass allmählich ein Hohlstück mit Boden entstand. Der häufig zweimal vorgelochte Block wurde dann auf einen Dorn gesteckt und von diesem durch eine Reihe von ringförmigen Reduziermatrizen gestoßen. Der in der Warmziehbank durchgeführte Prozess bewirkte das Strecken des Halsstückes. Wurden Flaschen mit Wanddicken unter 5 mm verlangt, so müssen sie kalt nachgezogen werden. Der Hals wurde anschließend in einem Gesenk zugeschmiedet. Dieses Herstellungsverfahren eignete sich aber nur für größere und schwere Behälter.

Als es den Brüdern Reinhard und Max Mannesmann durch ihr Schrägwalzverfahren gelang, nahtlose Rohre zu walzen, konnte man diese unmittelbar für die Herstellung bedeutend leichterer Gasflaschen verwenden. Die auf Länge zugeschnittenen Rohre werden einer gründlichen inneren und äußeren Untersuchung unterzogen und dann nach Erhitzen durch eine Schweißflamme ohne Werkstoffzusatz am Boden ganz und am Hals nahezu geschlossen.
Dieses Verfahren wird bis heute von den meisten der Gasflaschenhersteller zur Herstellung von nahtlosen Stahlflaschen angewendet.

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Verwendete Quellen:

Dräger Druckgasarmaturen; Hausmitteilungen der Drägerwerk AG, Lübeck
Aus dem Fachgebiet Druckgastechnik; Nr 22 - August 1970
Dr.-Ing. Heinz Cordes; “Zur Geschichte der Gasflasche”
(in wesentlichen Teilen)

PROMETHEUS - Illustrierte Wochenschrift über die Fortschritte in Gewerbe, Industrie und Wissenschaft,
herausgegeben von Dr. Otto N. Witt; Verlag von Rudolf Mückenberger, Berlin;
No. 345; Jahrg. VII, 33, 1896; “Die Herstellung nahtloser Stahlflaschen”
(in Auszügen)

Firmenprospekt; Deutsche Mannesmannröhren-Werke Düsseldorf;
1954; “Nahtlose Kugelstabflaschen für Hochverdichtete Gase”;
(einige Details)

Firmenprospekt; Deutsche Röhrenwerke AG Düsseldorf;
1940, “Stahlflaschen für Hochdruck-Treibgase”
(einige Details)

Bildmaterial: siehe entsprechenden © Copyright-Hinweis!
Zusammenstellung und “textliche Brücken”: Holger Langer
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